


(Stand 05.08.2026) Das Trinkgeldsystem auf der ganzen Welt zu verstehen ist in etwa so, wie immer und immer wieder in einen Fettnäpfchen-See zu springen. Wem und vor allem wie viel man als kleinen Obolus für bestimmte Tätigkeiten gibt, unterscheidet sich ungemein von Land zu Land. Während Trinkgelder in asiatischen Staaten oft verpönt sind, weil sie dort als Almosen gelten, kann man in den Vereinigten Staaten häufig das Gefühl bekommen, dass einfach jeder Trinkgeld erwartet.
Und auch wenn man diesen Faktor bei der Planung nicht bedacht hat: Das Trinkgeld, auch oft als „Tip" bezeichnet, macht im Endeffekt einen nicht geringen Teil der Reiserechnung aus, was für Deutsche zuerst einmal sehr ungewohnt sein kann. In den USA ist man generell sehr großzügig, was das Trinkgeld angeht, man kann es einfach als Teil ihrer Kultur ansehen. Ein großer Unterschied zum deutschen System ist jedoch vor allem, dass z.B. viele Kellner und Kellnerinnen fast allein vom Trinkgeld leben. Der Bundes-Mindestlohn in den Staaten liegt momentan bei 7,25 $, für Mitarbeiter im Gastgewerbe gelten jedoch Ausnahmeregelungen: Der sogenannte Mindestlohn für Trinkgeld-Berufe liegt bundesweit bei nur 2,13 $ pro Stunde – der Arbeitgeber muss lediglich sicherstellen, dass Lohn und Trinkgeld zusammen mindestens die vollen 7,25 $ ergeben. In sieben Bundesstaaten (Alaska, Kalifornien, Minnesota, Montana, Nevada, Oregon und Washington) ist diese Ausnahmeregelung inzwischen komplett abgeschafft: Dort erhalten auch Kellnerinnen und Kellner den vollen, oft deutlich höheren staatlichen Mindestlohn – das Trinkgeld kommt hier also zusätzlich obendrauf. In den meisten anderen Bundesstaaten gilt jedoch weiterhin: Trinkgeld ist kein netter Bonus, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Einkommens. Auch, wenn dieses System eindeutig Raum für Kritik offenlässt, kann man viel falsch machen, angefangen bei der Höhe des Trinkgeldes.
Die generelle Aussage ist, dass in etwa 15-20% angebracht sind, bei hoher Zufriedenheit auch gerne 25%, bei Nichtgefallen dementsprechend weniger. In den Preisen im Restaurant ist oftmals weder Steuer noch Trinkgeld eingeschlossen. Das ist erst einmal die Theorie.
Wer bekommt wie viel Trinkgeld?
Der genannte Wert von 15-20% gilt nicht nur für Kellnerinnen und Kellner. Taxifahrer, Friseure o.ä. sind im selben Maße von diesem Wert betroffen. Bei Bezahlung mit Kreditkarte wird meist das Trinkgeld dennoch in bar gegeben, anderenfalls kann man aber natürlich auch die Kreditkartenzahlung aufrunden.
Bei Hotelaufenthalten wird oftmals das Housekeeping vergessen, obwohl dieses sehr viel und vor allem harte Arbeit macht. Hat man wechselndes Personal hierfür, lässt man pro Nacht 2-4 $ entweder direkt auf dem Kopfkissen oder in einem beschrifteten Umschlag liegen. Bleibt das Reinigungspersonal den ganzen Aufenthalt über dasselbe, kann man auch am Ende der Woche einen Festbetrag um die 20 $ dalassen. Übrigens lohnt sich vorab auch ein Blick auf mögliche Resortfees in den USA – neben dem Trinkgeld ein weiterer Posten, den viele bei der Reisekalkulation zunächst übersehen.
Werden einem im Supermarkt die Sachen zum Auto gebracht, werden 1 bis 2 Dollar fällig, beim Valet-Parken – etwa bei der Mietwagenübernahme am Hotel – gibt man gewöhnlicherweise 2-5 $. Wer z.B. in Hollywood unterwegs ist, wird auch ziemlich viele verkleidete Schauspieler sehen, möchte man ein Foto mit ihnen, sind ca. 2 $ angemessen. Der Toilettenbesuch sollte mit 25 ct bis 1 Dollar in der Trinkgeldkasse zu Buche schlagen, Gepäckträger im Hotel bekommen 1 $ pro Gepäckstück, ebenso der Portier, wenn er z.B. für einen ein Taxi bestellt. Das ist aber immer an die wirkliche Leistung anzupassen.
Auch der Umgang mit Bedürftigen wird in vielen Ländern durchaus kritisch eingeschätzt, in den USA ist es jedoch üblich, ihnen etwas Kleingeld zu geben.
Auf Kreuzfahrten gelten ebenfalls besondere Regelns, je nach Reederei wird meist ein automatisches, empfohlenes Trinkgeld berechnet, man kann dieses jedoch ändern lassen, weil die Beträge oftmals sehr hoch und nicht unbedingt schlüssig erscheinen.
Bei geführten Busrundreisen durch die USA gehört Trinkgeld für Reiseleitung und Busfahrer zum guten Ton, wird aber – anders als im Restaurant – meist nicht pro Leistung, sondern für die gesamte Reise kalkuliert. Üblich sind hier pro Person und Tag etwa 5-8 $ für den Fahrer und 6-10 $ für die Reiseleitung, häufig am Ende der Reise gesammelt in einem Umschlag übergeben. Bei individuellen Mietwagenrundreisen entfällt dieser Programmpunkt naturgemäß, dafür sollten Sie an typische Trinkgeldsituationen unterwegs denken, etwa bei geführten Ausflügen, Bootstouren oder Nationalpark-Rangern, die kleine Extra-Touren anbieten.
Wer bekommt kein Trinkgeld?
In Fastfood Restaurants mit Selbstbedienung ist ein Trinkgeld nicht üblich, erst, wenn Getränke oder Speisen von Personal an den Tisch gebracht werden. Heutzutage gibt es jedoch auch einige Restaurants, die sich gegen die Horrende „Tip“-Kultur in den Staaten wehren und das Trinkgeld von vorne herein mit in den Preis für Gerichte einkalkulieren. Dieses wird meist auf der Karte und auf der Rechnung ausgewiesen, ein zusätzliches Trinkgeld ist dann natürlich nicht mehr nötig. Am Counter von Cafés stehen oftmals „Tip Jars“, also kleine Trinkgeldkassen, in den man sein Kleingeld werfen kann, wenn man möchte. In Supermarkten dürfen die so genannten Bagger, also Mitarbeiter, die extra dafür da sind die Einkäufe in Tüten zu verpacken, kein Trinkgeld annehmen, dieses gilt auch für Rezeptionsmitarbeiter im Hotel, denn Trinkgelder können möglicherweise in diesem Fall leicht als Bestechung angesehen werden.


Manchmal wird beim Abgeben der Jacke eine Garderobengebühr erhoben, dann ist natürlich kein Trinkgeld mehr zu geben. Ebenfalls an Tankstellen ist der Obolus bereits inkludiert.
Im Endeffekt hilft es, sich an seinen Mitmenschen zu orientieren bzw. notfalls seine Mitreisenden fragen, wie viel sie für die Leistung geben würden, um sich im Trinkgelddschungel zurechtzufinden. Wenn man Geld wechseln lässt oder Geld abhebt sollte man versuchen, es in so vielen kleinen Scheinen wie möglich auszahlen zu lassen. Glauben Sie mir, Sie werden es benötigen. Das Trinkgeld gehört zum guten Ton, man würdigt und schätzt die Arbeit der Personen damit und man sollte es als Ausgabe ansehen, die gern getätigt wird.
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Häufig gestellte Fragen zum Trinkgeld in den USA
Muss ich in den USA wirklich überall Trinkgeld geben?
Nicht überall, aber in vielen Situationen wird Trinkgeld in den USA erwartet – vor allem im Restaurant, im Taxi, beim Friseur oder beim Zimmerservice. Als Faustregel gilt: Wurde eine persönliche Dienstleistung erbracht, ist ein Trinkgeld in der Regel angebracht.
Was passiert, wenn ich kein Trinkgeld gebe?
Anders als in Deutschland wird ausbleibendes Trinkgeld in den USA schnell als unhöflich empfunden, da es für viele Beschäftigte einen wesentlichen Teil des Einkommens ausmacht. Bei wirklich schlechtem Service kann ein reduziertes Trinkgeld dennoch angemessen sein.
Ist Trinkgeld bei einer Rundreise mit TMC Reisen schon inklusive?
Das hängt vom gebuchten Reisetyp ab: Bei geführten Busrundreisen ist Trinkgeld für Fahrer und Reiseleitung in der Regel nicht im Reisepreis enthalten und sollte separat eingeplant werden. Bei individuellen Mietwagen- oder Wohnmobilrundreisen entscheiden Sie situativ selbst, wann und wie viel Trinkgeld angemessen ist.
Wie viel Bargeld sollte ich für Trinkgeld einplanen?
Am besten wechseln Sie bei der Ankunft oder am Geldautomaten möglichst kleine Scheine, beispielsweise 1-, 5- und 10-Dollar-Noten. Diese werden im Reisealltag häufig für Trinkgeld benötigt, etwa für Gepäckträger, Hotelpersonal oder kleinere Dienstleistungen.

